DAS VERSPRECHEN – Erste Liebe lebenslänglich. Kinostart: 27. Oktober 2016

Der Dokumentarfilm von Marcus Vetter und Karin Steinberger thematisiert den außergewöhnlichen Fall des deutschen Diplomatensohns Jens Söring und wird am 27. Oktober 2016 bundesweit in den Kinos starten.

Die Geschichte von Jens Söring und Elizabeth Haysom

Der brutale Doppelmord an Nancy und Derek Haysom 1985 war eine weltweite Mediensensation. Die Haysoms waren angesehene Mitglieder der virginianischen Gesellschaft – und der Schuldspruch gegen ihre Tochter Elizabeth
und ihren deutschen Freund Jens Söring machte viele sprachlos. Die zwei hatten sich im August 1984 bei einem
Orientierungsabend für die Hochbegabtenstipendiaten an der University of Virginia getroffen, er war sofort
hingerissen von ihr, sie war schön, unwiderstehlich, verwegen, das Produkt englischer Boarding Schools, er war
jung, naiv, Sohn eines deutschen Diplomaten. Als die Ermittler in ihren Untersuchungen dem Paar immer näher
kamen, flohen sie aus Amerika, die Flucht war Abenteuer: Europa, Asien, als sie am 30. April 1986 in England wegen
Scheckbetrugs gefasst wurden, kämpfte Jens Söring jahrelang gegen die Auslieferung in die USA. Erst als die
Amerikaner auf die Beantragung der Todesstrafe verzichteten, wurde er in die USA ausgeliefert. Jens Söring:
Verurteilt wegen Mordes zu zweimal lebenslänglich. Seitdem sitzen beide in US-Gefängissen, nur 60 Kilometer
voneinander entfernt.

Es ist ein Film über eine große Liebe und einen großen Verrat und über das amerikanische Rechtssystem, das sich
selbst nicht mehr zu hinterfragen scheint.

Mehr als drei Jahre lang recherchierten die Filmemacher, fanden erstaunliche neue Beweise, die nie vor Gericht
erwähnt oder als unzulässig erklärt wurden. DNA-Tests haben mittlerweile ergeben, dass keine der am Tatort
gefundenen Blutspuren Jens Söring zuzurechnen ist, elf Mal wurde sein Antrag auf Entlassung auf Bewährung
mittlerweile abgelehnt, seine Haftüberstellung nach Deutschland wurde von einem demokratischen Gouverneur an
seinem letzten Tag im Amt bestätigt, aber von seinem republikanischen Nachfolger an seinem ersten Arbeitstag
gestoppt.

Der Film stellt Fragen, die bislang von niemandem gestellt wurden. Wem gehören die nicht identifizierten
Fingerabdrücke am Tatort? Warum durfte der sexuelle Missbrauch der Tochter durch die Mutter vor Gericht keine
Rolle spielen? Wie kann es sein, dass ein befangener Richter über den Fall urteilte? Wo ist das FBI-Protokoll, das
geschrieben wurde, aber unauffindbar ist? Der Film zeigt nie zuvor gesehenes Video-Material der Haysom-Prozesse.
Und er zeigt, dass alles auch ganz anders gewesen sein könnte. Läuft der wahre Täter dieses brutalen Mordes also
möglicherweise noch frei herum?

Eine tödliche Liebe

Sie war schlank, trug eine violette Jeans und ein T-Shirt, das einmal weiß war. So trat sie in sein Leben, ein bisschen
heruntergekommen: Elizabeth Haysom. Es war ein Abend im August 1984, ein Orientierungsabend für die
Hochbegabtenstipendiaten der University of Virginia. Wie oft hat er in den letzten 30 Jahren an dieses verfluchte
Treffen gedacht. Es war der Abend, an dem sein Absturz begann.

Er war jung, naiv, ein bleicher Typ mit großer Brille. Er war sofort hingerissen von ihrer Arroganz, ihren
graublaugrünen Augen, ihrem Blick, so gelangweilt, dass er ihn fast zermalmte. Jetzt sitzt er da, mitten in seiner
neonlichtgrellen Gefängniswelt. Seit 30 Jahren ist Häftling # 1161655 eingesperrt. Er hat noch nie ein Handy
benutzt, er war noch nie im Internet, er kennt das Grab seiner Mutter nur von zwei Fotos, er hat seit Jahrzehnten
kein Steak mehr gegessen. Als er weggesperrt wurde, hatten die Telefone noch Wählscheiben.

Sein Name ist Jens Söring. Staatsangehörigkeit: deutsch. Er ist der Sohn eines deutschen Diplomaten, am 1. August
1966 in Thailand geboren und in Deutschland und Amerika aufgewachsen. Er war ein strebsames Kind, ein eifriger
Student, Hochbegabtenstipendium. Alles schien möglich. Bis er an jenem Abend Elizabeth Haysom kennenlernte, die
schöne, unwiderstehliche, verwegene Liz.

Sie hat ihn einfach überrannt mit ihren Geschichten. Alles an ihr war besonders, der Vater, ein Stahlbaron, das
Stipendium, aus Cambridge. Sie sagte ihm, dass sie von ihrer Mutter sexuell missbraucht werde, dass sie in einem
Internat in der Schweiz brutal vergewaltigt worden war. Nach ein paar Monaten waren sie ein Paar. Jens Söring
konnte sein Glück nicht fassen. Ausgerechnet diese Frau hatte ihn erwählt. Für sie würde er alles tun, alles. Sie
schrieben sich Liebesbriefe, voller Wahn: „Ich liebe Dich, je t’aime, I love you, I love you, I love you.“ Seitenweise. Jede Zeile wie im Fieber geschrieben.

Dann wurden am 30. März 1985 Elizabeths Eltern in ihrem Haus in Lynchburg, Virginia, brutal ermordet.
Der Haysom-Fall wurde zum Mega-Event, er wurde als einer der ersten live im US-Fernsehen übertragen, es war die
tägliche Vorführung des „german bastards“, der Jens Söring für die lokale Presse von Anfang an war. Als er am 4.
September 1990 zu zwei Mal lebenslänglich verurteilt wird, sitzt Elizabeth Haysom bereits seit zwei Jahren im
Gefängnis. Sie wurde zu 90 Jahren wegen Anstiftung zum Mord an ihren Eltern Derek und Nancy Haysom verurteilt.

Offizielle Webseite: www.Das-Versprechen.de

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